Aluminium: Eigenschaften, Legierungen und Verwendung

Aluminium ist ein silbrig-weißes Leichtmetall (Dichte ca. 2,70 g/cm³) und ein vielseitiger Werkstoff für Industrie und Technik. Dank seiner geringen Dichte, guten elektrischen und thermischen Leitfähigkeit und hohen Korrosionsbeständigkeit durch spontane Selbstpassivierung eignet sich Aluminium für zahlreiche Anwendungen im Maschinenbau, Vorrichtungsbau und der Luftfahrt. Durch die Zugabe von Legierungselementen wie Magnesium, Silizium, Kupfer oder Zink lassen sich die Eigenschaften präzise auf Festigkeit, Zerspanbarkeit und Schweißbarkeit abstimmen.

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Unsere Aluminium-Werkstoffe

Mit nur einem Klick gelangen Sie zur gewünschten Werkstoff-Seite. Dort können Sie Ihre Ausführung auswählen oder das jeweilige technische Datenblatt einsehen. Die Werkstoffe sind als Aluminiumplatten oder in Form von Rundstangen und Präzisionsrundstangen erhältlich.

Was ist Aluminium? Definition und Begriffe

Aluminium ist ein chemisches Element mit dem Elementsymbol Al und der Ordnungszahl 13. Das silbrig-weiße Leichtmetall ist das häufigste Metall in der Erdkruste. „Aluminium“ bezeichnet im technischen Sprachgebrauch aber nicht nur das reine Element, sondern eine Gruppe von Werkstoffen auf Aluminium-Basis. Dazu zählen Reinaluminium (mindestens 99,0 % Al), Reinstaluminium (mindestens 99,7 % Aluminium) und Aluminiumlegierungen mit Legierungselementen wie Magnesium, Kupfer, Silizium oder Zink.

 

Bei der Herstellung von Aluminium unterscheidet man zwischen Primäraluminium und Sekundäraluminium. Die Gewinnung von Primäraluminium erfolgt in Aluminiumhütten aus dem Erz Bauxit als Ausgangsmaterial mittels Bayer-Verfahren (Tonerdegewinnung) und anschließender Schmelzflusselektrolyse (Hall-Héroult-Verfahren). Sekundäraluminium wird dagegen aus Aluminiumschrott gewonnen und benötigt nur etwa 5 % der Energie der Primärgewinnung (95 % CO2 und Energieeinsparung bei 100 % Sortenreinheit).

Eigenschaften von Aluminium

Eigenschaften von Reinaluminium / einer
typischen Legierung (z.B. EN AW-7075 / 6082)

  1. Dichte: ca. 2,70 g/cm³ / ca. 2,70 – 2,82 g/cm³
  2. Schmelztemperatur: ca. 660 °C / ca. 580 – 650 °C (Schmelzbereich)
  3. Elastizitätsmodul: ca. 70.000 N/mm² / ca. 70.000 – 72.000 N/mm²
  4. Wärmeleitfähigkeit: ca. 235 W/(m·K) / ca. 130 – 220 W/(m·K)
  5. Wärmeausdehnungs-koeffizient: ca. 23,1 · 10⁻⁶ K⁻¹ / ca. 23,0 – 24,0 · 10⁻⁶ K⁻¹
  6. Kristallstruktur: kubisch-flächenzentriert
  7. Magnetisches Verhalten: praktisch unmagnetisch (paramagnetisch) / unmagnetisch
  8. Zugfestigkeit: ca. 70 – 110 N/mm² / bis zu 540 – 600 N/mm²
Eigenschaft
Reinaluminium
Typische Legierung (z.B. EN AW-7075 / 6082)

Dichte

ca. 2,70 g/cm³
ca. 2,70 – 2,82 g/cm³

Schmelz-temperatur

ca. 660 °C
ca. 580 – 650 °C (Schmelzbereich)

Elastizitätsmodul

ca. 70.000 N/mm²
ca. 70.000 – 72.000 N/mm²

Wärmeleitfähigkeit

ca. 235 W/(m·K)
ca. 130 – 220 W/(m·K)

Wärme-ausdehnungs-koeffizient

ca. 23,1 · 10⁻⁶ K⁻¹
ca. 23,0 – 24,0 · 10⁻⁶ K⁻¹

Kristallstruktur

kubisch-flächenzentriert (kfz)
kubisch-flächenzentriert

Magnetisches Verhalten

praktisch unmagnetisch (paramagnetisch)
unmagnetisch

Zugfestigkeit (Rm)

ca. 70 – 110 N/mm²
bis zu 540 – 600 N/mm² (z.B. EN AW-7075, T6)

Aluminium zeichnet sich vor allem durch seine geringe Dichte, hohe elektrische und thermische Leitfähigkeit und hohe Korrosionsbeständigkeit aus.

 

Die Korrosionsbeständigkeit verdankt Aluminium einer natürlichen Passivierung: Das Material reagiert bei Raumtemperatur mit Luft und Sauerstoff spontan zu Aluminiumoxid (Al203). Es bildet sich eine dünne (ca. 5 – 10 mm), für Luft und Wasser undurchlässige Schicht, die auch für das stumpfe, silbergraue Aussehen sorgt. Diese Schicht schützt vor weiterer Oxidation, ist bei elektrischer Kontaktierung und beim Löten bzw. Schutzgasschweißen aber hinderlich (hoher Schmelzpunkt von Al203: ca. 2050 °C).

 

Um den Korrosionsschutz und die Verschleißfestigkeit noch zu verbessern, kann beispielsweise mittels Eloxieren die Schicht verdickt werden. Bei diesem elektrolytischen Oxidieren wird die oberste Metallschicht durch Sauerstoff und Gleichstrom in eine harte Aluminiumoxidschicht von bis zu 25 μm (bei Harteloxal bis 50 μm) umgewandelt.

Während reines Aluminium eine geringe Festigkeit hat, ist sie bei Aluminiumlegierungen durch Mischkristallverfestigung und Ausscheidungshärtung (Warmlagerung) deutlich höher. Mischkristallverfestigung bedeutet, dass einige der Aluminiumatome durch Atome der Legierungselemente ersetzt werden. Da diese eine abweichende Größe haben, verzerren sie das Kristallgitter und behindern Versetzungsbewegungen, wodurch das Material eine größere Festigkeit bekommt.

vorteile und nachteile von Aluminium

Vorteile

  • geringes Gewicht
  • hervorragende Korrosionsbeständigkeit (Passivschicht)
  • hohe elektrische und thermische Leitfähigkeit
  • einfache Verarbeitung und spanende Bearbeitung
  • bei Legierungen sehr hohe Festigkeit
  • recycelbar

Nachteile

  • höhere Materialkosten als bei manchen Stählen
  • energieintensive Herstellung
  • geringe Festigkeit bei Reinaluminium (daher Einsatz von Legierungen)
  • Oxidschicht kann Schweißen erschweren (erfordert AC-WIG/MIG)
  • Höhere Wärmeausdehnung als Stahl (ca. Faktor 2)

Aluminiumlegierungen

Aluminium-legierungen

Aluminiumlegierungen entstehen durch die gezielte Zugabe von Elementen wie Magnesium, Silizium, Mangan, Kupfer oder Zink. Dadurch lassen sich Eigenschaften wie Festigkeit, Korrosionsbeständigkeit und Zerspanbarkeit gezielt beeinflussen.

 

Man unterscheidet zwischen aushärtbaren und nicht aushärtbaren (naturharten) Aluminiumlegierungen sowie zwischen Guss- und Knetlegierungen. Gusslegierungen haben hervorragende Gießeigenschaften und werden in Gießereien verarbeitet. Knetlegierungen werden dagegen vor allem durch Umformen (Walzen, Strangpressen, Schmieden, usw.) bearbeitet.

 

Aluminiumknetlegierungen haben in der DIN EN 573-3 festgelegte einheitliche Bezeichnungen, die denen der Aluminum Association folgen.

  • EN für “European Norm”
  • AW für “Aluminium Wrought” (Knetlegierung)
  • Die erste Ziffer der folgenden vierstelligen Zahlenfolge gibt das Hauptlegierungselement an.

Legierungsreihen nach DIN EN 573-3

1xxx: mindestens 99 % Aluminium

  • naturhart
  • schweißbar
  • sehr korrosions-beständig
  • hohe elektrische Leitfähigkeit

2xxx: Kupfer

  • aushärtbar
  • hohe Festigkeit
  • korrosions-anfällig
  • schwer oder nicht schweißbar

3xxx: Mangan

  • naturhart
  • geringe Festigkeit
  • hohe Korrosions-beständigkeit
  • gute Umformbarkeit

4xxx: Silicium

  • aushärtbare und nicht aushärtbare Legierungen
  • für Aushärtung zusätzlich Magnesium erforderlich
  • reduzierter Schmelzpunkt

5xxx: Magnesium

  • naturhart
  • mittlere bis hohe Festigkeiten
  • schweißbar

6xxx: Magnesium und Silicium

  • aushärtbar
  • sehr gut schweißbar
  • sehr gut strangpressbar

7xxx: Zink

  • aushärtbar
  • hohe bis sehr hohe Festigkeit

Legierungsreihe

Haupt-Legierungselement

Härtbarkeit

Typische Eigenschaften

1xxx

mindestens 99% Aluminium

nicht aushärtbar

  • schweißbar
  • sehr korrosionsbeständig
  • hohe elektrische Leitfähigkeit

2xxx

Kupfer

aushärtbar

  • hohe Festigkeit
  • korrosionsanfällig
  • schwer oder nicht schweißbar

3xxx

Mangan

nicht aushärtbar

  • geringe Festigkeit
  • hohe Korrosionsbeständigkeit
  • gute Umformbarkeit

4xxx

Silicium

aushärtbare und nicht aushärtbare Legierungen

  • für Aushärtung zusätzlich Magnesium erforderlich
  • reduzierter Schmelzpunkt

5xxx

Magnesium

nicht aushärtbar (naturhart)

  • mittlere bis hohe Festigkeiten
  • schweißbar

6xxx

Magnesium und Silicium

aushärtbar

  • sehr gut schweißbar
  • sehr gut strangpressbar

7xxx

Zink

aushärtbar

  • hohe bis sehr hohe Festigkeit

DIN EN 573-3 legt neben den oben genannten Bezeichnungen auch chemische Bezeichnungen für Aluminium-Knetlegierungen fest. Diese beginnen ebenfalls mit EN AW, gefolgt von den chemischen Symbolen der Hauptlegierungselemente und deren Zahlenwerten für den Anteil.

Beispiel: Werkstoff EN AW-5754 → Chemische Bezeichnung EN AW-AlMg3

 

Weitere Bezeichnungen stammen aus der zurückgezogenen Norm DIN 1712-3. Neben Kurzzeichen in Form der chemischen Symbole (AlMg3) sind darin systematische Werkstoffnummern festgelegt, die mit der 3 für Leichtmetalle beginnen (3.3535).

welche Aluminiumlegierung für welchen Einsatz?

  • EN AW-2007 → spanende Bearbeitung (Automatenlegierung)
  • EN AW-2011 → hohe Zerspanungsgeschwindigkeiten (Automatenlegierung)
  • EN AW-5083 → Korrosionsbeständigkeit, Meerwasser, Schweißen
  • EN AW-5754 → bei erhöhten Werkstücktemperaturen, in Meerwasser
  • EN AW-6060 → Strangpressbereich, dekorative Anwendungen
  • EN AW-6082 → Korrosionsbeständigkeit, Schweißen und Löten
  • EN AW-7021 → Zerspanbarkeit, Schweißen
  • EN AW-7075 → besonders hohe Festigkeit

Ausführungsarten von Aluminium bei abrams®

Aluminiumplatten (Alu-Präz)

Aluminiumplatten sind rechteckige Halbzeuge aus Aluminium, die sich vielseitig weiterverarbeiten lassen. Unsere Präzisionsplatten (Alu-Präz) sind ideal für Anwendungen, bei denen eine präzise und maßhaltige Ausführung des Halbzeugs gefragt ist.

Aluminium-Rundstangen
Aluminium-Rundstangen sind längliche runde Halbzeuge, die in zahlreichen Bereichen als Ausgangsmaterial dienen. Wir bieten Präzisionsrundaluminium und Rundaluminium an, die unterschiedliche Eigenschaften für die weitere Bearbeitung und Verwendung bieten.

Verwendung von Aluminium

Aluminium bietet verschiedene Vorteile, die es für zahlreiche Anwendungen interessant machen. Im Vergleich mit konventionellen Stählen bietet es ein geringeres Gewicht bei ähnlicher Festigkeit. Deswegen wird das Leichtmetall vor allem dort genutzt, wo eine Gewichtsreduzierung erforderlich ist. Weitere entscheidende Eigenschaften für die Verwendung sind die hohe elektrische und thermische Leitfähigkeit und die durch die Oxidschicht gegebene Korrosionsbeständigkeit.

 

  • Fahrzeugbau: Aluminium senkt bei Fahrzeugen mit dem Gewicht auch den Treibstoffverbrauch. Es wird in Autos, Schienenfahrzeugen und besonders in Flugzeugen für verschiedene Bauteile verwendet. Bei kleineren und mittleren Booten wird es aufgrund seiner Korrosionsbeständigkeit gegenüber Salzwasser ebenfalls gerne genutzt.
  • Bauwesen: Neben dem Fahrzeugbau setzt auch das Bauwesen gerne auf Leichtbaukonstruktionen, für die Aluminium optimal ist. Außerdem dient es zur Fertigung von dekorativen und korrosionsbeständigen Bauteilen.
  • Elektrische Leitungen: Mit der vierthöchsten elektrischen Leitfähigkeit aller Metalle bietet sich Aluminium für elektrische Leitungen an, auch dank eines Preisvorteils gegenüber Kupfer. Genutzt wird es bei Leiterseilen von Freileitungen, in Flugzeugen oder für Stromschienen in Umspannwerken.
  • Elektronik: Die gute elektrische und thermische Leitfähigkeit in Kombination mit der einfachen Verarbeitung macht Aluminium als Werkstoff für Elektronik interessant. Hier wird es bei Leistungshalbleitern aber auch im Allgemeinen für Bonddrähte genutzt.
  • Verpackungen: Die durch die Oxidierung gegebene Schutzschicht von Aluminium wird von der Verpackungsindustrie geschätzt. Sie nutzt das Leichtmetall für Getränke- und Konservendosen oder als Aluminiumfolie. Neben der Korrosionsbeständigkeit ist hier auch die gute Verarbeitbarkeit entscheidend.

Bearbeitung von Aluminium

Aluminium eignet sich aufgrund seiner guten Umformbarkeit und Bearbeitbarkeit für zahlreiche Verfahren. Welche Methode geeignet ist, hängt maßgeblich von der jeweiligen Aluminiumlegierung und dem Wärmebehandlungszustand (z.B. T6, T651, H111) ab.

Aluminium sägen, bohren und fräsen

Aluminium lässt sich grundsätzlich gut spanend bearbeiten, die genauen Eigenschaften hängen aber von der Legierung und dem Gefügezustand ab. Zu den wichtigsten Verfahren zählen das Sägen, Bohren, Schneiden und Fräsen. Das Sägen und Schneiden nehmen wir Ihnen mit unseren Bearbeitungsservices gerne ab.

Aluminium schweißen und löten

Grundsätzlich lassen sich Aluminiumwerkstoffe schweißen. Aufgrund von Reaktionen der Aluminiumschmelze mit der Atmosphäre passiert das aber fast immer unter Schutzgas. Das Löten wird durch die natürliche Oxidschicht auf dem Aluminium ebenfalls erschwert. Für eine erfolgreiche Verarbeitung muss sie entfernt oder durch geeignete Verfahren überwunden werden.

Aluminium biegen und umformen

Aluminium lässt sich gut umformen, zu den wichtigsten Verfahren gehören hier das Walzen, Biegen und Pressen. Naturharte Aluminiumlegierungen lassen sich häufig leichter umformen als hochfeste, aushärtbare Legierungen.

FAQ - FRagen zu Aluminium

Aluminiumlegierungen werden nach der Art ihrer Verarbeitung als Gusslegierungen und Knetlegierungen unterschieden. Die Knetlegierungen sind außerdem in Legierungsreihen unterteilt, die sich nach dem Hauptlegierungselement richten. Neben Reinaluminium handelt es sich dabei um Kupfer, Mangan, Silicium, Magnesium und Zink.
Aluminiumlegierungen unterscheiden sich abhängig vom Legierungselement stark in ihrer Korrosionsbeständigkeit. Kupfer beispielsweise schwächt sie, während Mangan für eine hohe Korrosionsbeständigkeit sorgt.
Reinaluminium hat eine Dichte von ca. 2,70 g/cm³. Bei Aluminiumlegierungen weicht sie je nach den zugesetzten Elementen ab.
Gut schweißbar sind Aluminiumlegierungen mit Magnesium oder Magnesium und Silicium. Besonders EN AW-6082 lässt sich sehr gut schweißen.
Vor allem Aluminiumlegierungen, die Magnesium enthalten, sind seewasserbeständig. Dazu gehören beispielsweise EN AW-5083 und EN AW-5754.
Weder Stahl noch Aluminium ist pauschal besser. Stahl ist stärker, härter und günstiger in der Anschaffung. Aluminium ist deutlich leichter, rostet von Natur aus nicht und ist einfacher zu bearbeiten. Die Wahl hängt vom jeweiligen Einsatz ab.

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