Vom Rollout bis Hockenheim
Warum das Rennteam Stuttgart auf EN AW-7075 setzt
Nur H. Nezir • Juni 2026 • 3 Min. Lesezeit
Gänsehaut in Reutlingen. Der X0711-3 rollt ins Licht
Am 15. Mai 2026 war ich in der Alten Weberei mit unserem Marketing-Team in Reutlingen dabei, als der X0711-3 des Rennteam Stuttgart zum ersten Mal ins Licht rollte. Wer an diesem Abend im Raum stand, weiß, dass man diesen Moment so schnell nicht vergisst.
Die Zuschauer sahen das Ergebnis von Monaten präziser Konstruktionsarbeit. Was darunter steckt, was im Inneren des Fahrzeugs arbeitet, sieht man nicht. Einer der Werkstoffe dahinter ist EN AW-7075, von uns geliefert.
Der Pushrod - ein komplexes Bauteil an der Radaufhängung
An der Vorder- und Hinterachse des X0711-3 sitzt der sogenannte Pushrod. Er verbindet den Radträger mit dem Feder-Dämpfer-System und überträgt die dynamischen Radkräfte im Betrieb. Klingt unscheinbar, ist es aber nicht. Das Bauteil gehört zu den konstruktiv und fertigungstechnisch anspruchsvollsten Komponenten des Fahrzeugs.
Der Grundkörper ist ein Rohr aus kohlefaserverstärktem Kunststoff. In dieses Rohr werden beidseitig Endstücke aus EN AW-7075 eingeklebt, welche die hohen dynamischen Kräfte in das Bauteil einleiten. Eine Hybridbauweise, die höchste Anforderungen an Passgenauigkeit und Verarbeitungsqualität stellt. Klebeverbindungen zwischen Carbon und Aluminium verzeihen keine Toleranzfehler. Sind die Bauteile präzise gefertigt, ermöglicht diese Bauweise allerdings enorme Gewichtseinsparungen bei guter Zuverlässigkeit.
Felix Wild aus dem Rennteam Stuttgart erklärt mir, welche Aufgabe der EN AW-7075 erfüllt und wo es im Fahrzeug steckt. Felix ist für den Querlenker und das EBS im diesjährigen Rennwagen X0711-3 verantwortlich.
Warum EN AW-7075 und keine andere Legierung
EN AW-7075 gehört zur 7000er-Reihe der Aluminiumlegierungen. Hauptlegierungselement ist Zink, ergänzt durch Magnesium und Kupfer. Das Ergebnis ist eine der festesten Aluminiumlegierungen, die industriell verfügbar sind. Zugfestigkeit von über 500 MPa bei einer Dichte von rund 2,8 g/cm³. Ursprünglich für die Luft- und Raumfahrt entwickelt, ist sie heute im Hochleistungsmotorsport gesetzt.
Im Rennwagen zählt jedes Gramm. Gleichzeitig müssen Bauteile wie der Pushrod Lastwechsel, Vibrationen und dynamische Kräfte zuverlässig aufnehmen. EN AW-7075 liefert genau dieses Verhältnis aus maximaler Festigkeit bei minimalem Gewicht. Für tragende, dynamisch belastete Komponenten mit engen Toleranzen gibt es kaum eine bessere Wahl.
Werkstoffkompetenz, die im Fahrzeug steckt
Für mich endet Werkstoffkompetenz nicht beim Verkaufsgespräch. Sie zeigt sich darin, welches Material für welche Anwendung wirklich geeignet ist und ob das gelieferte Material hält, was die Legierungsbezeichnung verspricht.
Das Rennteam Stuttgart baut Fahrzeuge, die an die physikalischen Grenzen des Machbaren gehen. Ich bin stolz, dass unser Werkstoff diese Grenzen aushält.
Die Wettkampfsaison 2026 beginnt im Juli in der Schweiz, gefolgt von Events in Tschechien und Österreich. Im August folgt das Heimspiel in Hockenheim. Der X0711-3 ist bereit. Wir auch.
ABRAMS mittendrin
Seid dabei, wenn ein
Rennwagen zum Leben erwacht
Vom Rollout in Reutlingen bis zur Startaufstellung in Hockenheim. Wir begleiten das Rennteam Stuttgart durch die gesamte Saison 2026. Nicht als stiller Sponsor, sondern als Werkstoffpartner, der weiß, was im Fahrzeug steckt.
Bild: ®FSG PARTENFELDER
Nur Hayat Nezir ist die Geschäftsführerin der ABRAMS Group. Dazu gehören ABRAMS Industries®, ein kundenorientiertes Unternehmen im Bereich Premium-Stahl, maßgeschneiderter Präzisionsstahl sowie Aluminium, und ABRAMS world trade wiki, ein Online-Portal zur Analyse globaler Handelsdaten.